CfP: Jazzforschung im deutschsprachigem Raum, 21/22 September, Weimar

Call for Papers – Tagung am 21./22.9.2018 in Weimar: 

Jazzforschung im deutschsprachigen Raum Themen, Methoden, Perspektiven 

Obschon die Auseinandersetzung mit Jazz in Deutschland bis in die 1920er Jahre zurückreicht, etablierte sich eine wissenschaftliche Jazzforschung im deutschsprachigen Raum erst im Laufe der 1960er und 1970er Jahre – einflussreich waren hierbei etwa das 1965 gegründete Institut für Jazzforschung in Graz oder Ekkehard Josts international rezipiertes Free Jazz-Buch aus dem Jahre 1975. In den vergangenen Jahren hat sich nun in der deutschsprachigen Jazzforschung ein Generationswechsel vollzogen, der auch zur Erschließung neuer Forschungsthemen und Forschungsansätze geführt hat. So rücken einerseits die globalen Dimensionen des Jazz, die über die US-amerikanische Jazzgeschichte hinausweisen, zunehmend ins Zentrum des Interesses. Andererseits eröffnen die in den 1990er Jahren entstandenen US-amerikanischen „New Jazz Studies“ mit ihrem Fokus auf historiographischer Reflexion sowie kultur-, medien- und filmwissenschaftlichen Ansätzen neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Jazz; in Deutschland haben diese Ansätze insbesondere das seit 2015 bestehende Netzwerk „Neue Jazzforschung“ geprägt.

Die Tagung versteht sich als eine offene Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Jazzforschung im deutschsprachigen Raum. Durch eine Diskussion von Themen, Methoden und Desideraten der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Jazz sollen neue Forschungsperspektiven für die deutschsprachige Jazzforschung eröffnet werden. Gesucht werden Referentinnen und Referenten, die ihre Forschungsarbeiten in Referaten (25 min + 20 min Diskussion) präsentieren und dadurch Einblicke in gegenwärtige Themen und Methoden der Jazzforschung geben.

Mögliche Themenbereiche sind

 Jazz in globaler Perspektive: Nach der provokanten These des englischen Jazzjournalisten Stuart Nicholson, Jazz habe seinen Lebensmittelpunkt aus den USA fort in andere Weltregionen verlegt, bleibt die Frage, was den Jazz außerhalb der USA jeweils auszeichnet.

 Jazz nach 1980: Die erste Hälfte der Jazzgeschichte (bis ca. 1970) ist inzwischen wissenschaftlich gut erschlossen. Doch welche kulturellen und musikalischen Entwicklungen haben in den Jahrzehnten danach den Jazz geprägt?

 Jazz in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wie hängt die Rezeption und musikalische Weiterführung des Jazz in diesen Ländern mit konkreten historischen, kulturellen, gesell-schaftlichen und politischen Konstellationen zusammen?

 Jazzforschung im kulturellen Kontext: Auf welche Weise war und ist Jazzforschung im deutschsprachigen Raum mit den jeweiligen kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Rahmenbedingungen verknüpft?

Mögliche methodische Ansätze umfassen

 kultur-, medien- und filmwissenschaftliche Zugänge im Sinne der „New Jazz Studies“;

 ethnologische, soziologische und psychologische Herangehensweisen;

 neue Ansätze der musikalischen Analyse.

Die öffentliche Tagung findet am 21. September (9-18 Uhr) und 22. September (9-14 Uhr) in Weimar statt. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben; die Übernachtungskosten der Referentinnen und Referenten können übernommen werden. Veranstalter ist das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Mögliche Referentinnen und Referenten schicken bitte den Titel und eine Zusammenfassung (max. 300 Wörter, dt. oder engl.) ihres Referats bis zum 15.3.2018 an martin.pfleiderer(at)hfm-weimar.de. Über die Annahme der Vorschläge wird bis zum 1. April 2018 entschieden.

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