CfP: Dissertant*innen-Workshop, Wien

Call for Abstracts
Dissertant*innen-Workshop
„The Times They Are a-Changin’“
Reflexionen zu Musikgeschichtsschreibung(en)

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CfP oegmw-Dissertant_innen-Workshop Pophistorigraphie
In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft (ÖGMW) veranstalten die Institute für Musikwissenschaft und Interpretations-forschung, Popularmusikforschung und Musiksoziologie der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am 11. und 12. Jänner 2018 einen Workshop für Dissertantinnen.
Der Workshop widmet sich zentral der Frage „Was können Pop-/Jazzmusik-geschichtsschreibung und historische Musikwissenschaft voneinander lernen?“ (für Details siehe folgende Seite) und wendet sich an Dissertant
innen der (popular-)musikwissenschaftlichen Forschung in jeder Phase der Promotion.
Geboten wird die Möglichkeit, in Diskussionen in einer kleinen Gruppe den Fokus auf eine intensive und kritische Auseinandersetzung mit Geschichtsschreibung im Jazz und in populärer Musik im Vergleich zur traditionellen Musikhistoriographie zu legen, Anregungen für das eigene Forschungsprojekt zu erhalten und sich mit anderen Dissertantinnen jenseits der eigenen Universität / Hochschule auszutauschen und zu vernetzen.
Neben den Workshop-Leiter
innen haben Christa Bruckner-Haring (Graz), André Doehring (Graz, Keynote am 11. Jänner 2018), Christian Glanz (Wien) und Barbara Hornberger (Osnabrück) ihre Mitwirkung zugesagt.

Interessierte werden aufgefordert, bis zum 15. Oktober 2017 ein Abstract ihres Dissertationsprojekts inklusive kurzer biographischer Angaben (ca. 1 Seite) und ein Motivationsschreiben zum Thema „Was können historische Musikwissenschaft und Jazz-/Popmusikgeschichtsschreibung voneinander lernen?“ (max. 2 Seiten)

an folgende mail-Adresse zu senden: linzer @ mdw.ac.at
Die Teilnahme an diesem Workshop ist für die Dissertantinnen kostenlos. Reise- und Übernachtungskosten werden bis zu einem Betrag von € 250,- übernommen.
Workshop-Leitung:
Sarah Chaker, Magdalena Fürnkranz, Harald Huber, Jasmin Linzer, Nikolaus Urbanek
Im Workshop werden wir uns mit folgenden Aspekten beschäftigen:
#) Wege der Musikgeschichtsschreibung: Wie wurde und wie wird in unterschiedlichen musikalischen Feldern Musikgeschichte betrieben und geschrieben? In welchen Punkten bestehen Gemeinsamkeiten, in welchen Angelegenheiten Unterschiede zwischen historischer Musikwissenschaft und aktueller Pop-/ Jazzmusikgeschichtsschreibung (z. B. bezüglich der untersuchten Gegenstände, Begriffe [„Werk“], der verfügbaren Quellen…)?
#) Umgang mit Quellen: Welche Quellen stehen in den verschiedenen Untersuchungs-feldern jeweils überhaupt zur Verfügung? Nach welchen Kriterien geschieht die Auswahl der verwendeten Quellen? Wie gestaltet sich im Vergleich der Umgang mit den verfügbaren Quellen (Stichwort: Quellenkritik)?
#) Kanonbildung / Kanonisierungsprozesse: Im Bereich des Populären lassen sich Geschichtsschreibungsprozesse in ihren Anfängen und Entwicklungen in actu beobachten (aktuelles Beispiel: Herausbildung der sogenannten metal studies), was für die historische Musikwissenschaft mit Erkenntnisgewinnen verbunden sein könnte. Ob, und falls ja wie lassen sich Kanonisierungsprozesse in den unterschiedlichen musikalischen Kulturen vergleichen? Wie ist mit Begriffen wie „Charts“, „Repertoires“, „Kanon“ umzugehen?
#) Analyse / Musikgeschichtsschreibung als soziale Praxis: Im Bereich des Populären wird Musikanalyse mehr und mehr als ein sozialer Prozess aufgefasst, als eine gemeinschaftliche Aktivität, an der Personen aus verschiedenen Zusammenhängen und mit unterschiedlichen Wissensbeständen, Biographien und Kompetenzen beteiligt sein können – anders als in der historischen Musikwissenschaft, in der häufig ‚Meisteranalysen von Meisterwerken‘ erfolgen. Worin liegen also genau die Unterschiede zwischen Methoden und Techniken der traditionellen Musikhistorio-graphie und der Popularmusikgeschichtsschreibung? Welche Erkenntnisgewinne sind jeweils mit der einen oder anderen Analysemethode und Darstellungsform verbunden?
#) Reflexion der Position des/r Forschenden / Intersektionalität: Wie prägten und prägen die mit diesen Faktoren verbundenen persönlichen Erfahrungen den/die Forschende
n und damit auch ihr/sein Produkt bzw. Musikgeschichtsschreibung? Unter welchen fachkulturellen Imperativen schaff(t)en Musikforscher*innen gestern und heute? Auf welchen Ebenen werden Geschlechterbilder in der populären Musik erzeugt und welche Wirkungen entfalten sie gesellschaftlich? Wie werden geschlecht-liche Identitäten in den Diskurs eingeschrieben? Wie unterscheidet sich männlich konnotierte Geschichtsschreibung populärer Musik von queeren Positionen?
#) Performance – Performativität: Was unterscheidet die Untersuchung von Perfor-mances in der aktuellen populären Musik von der Hinwendung der historischen Musikwissenschaft zu dem Fokus von „Musik als Ereignis“? Welche Funktion hat die Ko-Präsenz des Publikums in der Aufführungsanalyse? Welche Funktion nimmt das Publikum in der Popularmusikgeschichtsschreibung ein? Wie interagiert populäre Musik mit visuellen Darstellungen und Kontexten? Welchen Stellenwert hat die Analyse von Musikvideoclips in der Pop-/Jazzmusikgeschichtsschreibung? Welchen Entstehungsprozess durchlaufen sexuelle Identitäten und Geschlechtskörper in Interaktion von Performance mit Musik?

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