CfP: Sammeln, Bewahren, Nutzen (Freiburg)

Jahrestagung des ICTM/NK Deutschland, Zentrum für Populäre Kultur und Musik:
“Sammeln, Bewahren, Nutzen – Musiktraditionen und ihre inventiven Chancen”
6. und 7. November 2015 – Zentrum für Populäre Kultur und Musik Freiburg
Deadline: 01.09.2015

Zu den ureigensten Tätigkeiten des Musikethnologen, Volks- und Popularmusikforschers gehört das Sammeln von Musik verbundenen mit Informationen u.a. über Entstehung, überlieferung, Kontext und Aufführungspraxis. Dabei spielen neben den Aussagen von Gewährsleuten verschiedene Medien eine wichtige Rolle – von der handschriftlichen bzw. gedruckten überlieferung über Tonträger bis hin zu audiovisuellen Medien.

Drei wesentliche Motivationen zum Sammeln, Bewahren und Nutzen sind zu nennen: Zum einen was unter dem Begriff „traditional“ zu verstehen wäre, wenn innerhalb einer best. Kulturgruppe – hier auch im Zusammenhang mit Problematiken von Minderheiten – nach Identifikation und Selbstbestimmung gesucht wird; zum anderen zur wissenschaftlichen Erforschung und zur Sicherung des Bestandes, und schließlich für ein gestalterisch- künstlerisches Nutzen der Musiküberlieferung in all seinen verschiedenen Facetten. So sehr die Forscherinnen und Forscher, in Abhängigkeit ihrer Zielsetzungen, divergierende Verfahrensweisen anwenden, so unterscheiden sich auch die Art und Weise, wie mit dem Gesammelten im Weiteren verfahren wird: Einerseits kann es dazu führen, dass „wohl Bewahrtes“ in Privatarchiven verschwindet; andererseits waren aber gerade Privatarchive entscheidende und oft einzige Garanten für die Erhaltung jener Materialien, die ansonsten vielleicht verschollen und untergegangen wären. Wie wird das Gesammelte zur Anfertigung wissenschaftlicher Abhandlungen genutzt, oder einem wissenschaftlichen, vielleicht sogar breiten Publikum in Gänze zugänglich gemacht? Wird das Gesammelte und Bewahrte in einer (intendiert) „traditionellen Weise“ genutzt und weitervermittelt, oder etwa in sogenannten „hybriden Formen“ neu, vielleicht sogar „innovativ“ (re-)interpretiert? Oder führt es darüber hinaus zu Neu-Schöpfungen, die sich z. B. in neuartigen Formen/Gattungen darstellen lassen? Welche mediale Praktiken sind damit verbunden? Welche Chancen und Risiken bieten digitale Formen des Sammelns und Bewahrens? Und nicht zuletzt wie prägt das Internet, z. B. Youtube, die musikalische Praxis, die wiederum auf die archivarische zurückwirkt?

Von besonderem Interesse sind die Schnittstellen zwischen den einzelnen Ebenen (1. Sammeln, 2. Bewahren, 3. Nutzen), wie auch anderseits über jede der drei Ebenen für sich reflektiert werden kann. Im Rahmen der Jahrestagung des ICTM Deutschland 2015 sind neben Referaten zu dem weitgespannten Tagungsthema, zu denen Sie sich anregen lassen mögen, auch Freie Berichte erwünscht.

Referatmeldungen:

Bitte notieren Sie den Anmeldeschluß für Titel und Abstrakt (200-300 Wörter) Ihres Referatsvorschlages: 01.09.2015 Bitte richten Sie Ihren Vorschlag an dorit.klebe@zedat.fu-berlin.de oder an eine/n der Vizepräsidenten/-innen, Edda Brandes (edda@brandes-kraatz.de) oder Klaus Näumann (klausnauman@yahoo.com)

Hinweise für die ReferentInnen:

Die Vortragszeit beträgt jeweils max. 20 Minuten, audio- bzw. audio-visuelle Beispiele inklusive. Das bedeutet, dass sich ohne Beispiele ca. max. 5 Seiten (PC-Ausdruck) vortragen lassen, mit Beispielen dann entsprechend weniger. An den Vortrag schließt sich eine Diskussionszeit von 10 Minuten an.

Die für Ihre Präsentationen gewünschten Geräte teilen Sie uns bitte mit.

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