CfP: Die Sprachen der populären Musik (Universität Osnabrück)

Arbeitskreis Studium Populärer Musik e.V. (ASPM) und Universität Osnabrück:
„Die Sprachen der populären Musik. Kommunikation der Regionen in einer globalisierten Welt“
29. September – 2. Oktober 2014 – Universität Osnabrück
Deadline: 28. Februar 2014

Der Arbeitskreis Studium Populärer Musik e.V. (ASPM) und die Universität Osnabrück laden Forscher aller Disziplinen, die sich mit populärer Musik beschäftigen, ein, Vorschläge für Beiträge zur internationalen Konferenz „Die Sprachen der populären Musik. Kommunikation der Regionen in einer globalisierten Welt“ einzureichen. Die Konferenz wird vom 29. September bis zum 2. Oktober 2014 am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück stattfinden.

Ziel der Konferenz ist die Aufarbeitung der vielfältigen Interdependenzen zwischen regionalen Kulturen bzw. zwischen dem Regionalen und dem Globalen in der populären Musik.

Die Tagung wird die folgenden vier Themenschwerpunkte behandeln:

1. Kommunikationstheorie und Diskursanalyse:
Wie lässt sich die Kommunikation zwischen den einzelnen lokalen populären Musikkulturen beschreiben? Gibt es so etwas wie einen globalen, universell zu verstehenden Diskurs des Pop? Das Beispiel des Hip Hop, den sich Musiker auf der ganzen Welt angeeignet haben, könnte diese Annahme bestätigen. Oder muss man eher von einem Modell interagierender Regionen ausgehen, die um Hegemonie kämpfen? Ein solcher Ansatz wäre nötig, wenn belegt werden könnte, dass auch die Songs, die international die Charts anführen, die Zeichen ihrer lokalen Herkunft nicht verlieren. Ist es überhaupt sinnvoll, eine einzige Definition populärer Musik anzuwenden, um verwandte Phänomene auf globaler Ebene zu beschreiben?

2. Analyse von Musik, Text und Performance:
Wie funktionieren Zeichen des Lokalen in der populären Musik? Zeichen der lokalen Herkunft können einem Popstar auf dem globalen Markt Individualität verleihen. Doch wie „lokal“ darf ein Song klingen, ohne seine weltweite Verbreitung zu gefährden? Welche Rolle spielt die Sprache als Zeichen für Herkunft und Zugehörigkeit? Lassen sich die Begriffe „Exotismus“ oder „Orientalismus“ auf den Gebrauch von Zeichen der lokalen Herkunft anwenden? Sind diese Zeichen nur Verzierung oder strukturelle Basis eines Songs?

3. Soziologie, Ökonomie, Politik:
Welche sozialen, ökonomischen und politischen Auswirkungen haben Gegensätze zwischen globaler populärer Musik und regionalen Kulturen und umgekehrt, wie wirken sich soziale, ökonomische und politische Konflikte darauf aus, welche „Sprachen“ der populären Musik sich verbreiten und welche nicht? Wie alle Kommunikationssysteme markieren die musikalischen Sprachen des Populären, Differenzen zwischen dem, was dazu gehört, und dem, was ausgeschlossen wird, zwischen dem, der Definitionsmacht hat, und dem, der Definitionen hinnehmen muss. Konflikte zwischen dem Lokalen und dem Globalen können durch Gesetze, Zensur oder Medienkontrolle geregelt werden, die die Dominanz bestimmter Zeichensysteme festigen. Regionale symbolische Systeme wie „Rasse“, Religion oder Moral können fremde Einflüsse befördern oder verhindern. In manchen Gesellschaften kann der Gebrauch einer bestimmten musikalischen Sprache des Populären als Akt der Rebellion aufgefasst werden und daher Unterdrückungsmechanismen in Gang setzen. In anderen sozialen Gruppen können fremde Einflüsse als Imperialismus verstanden werden, der zum Untergang der eigenen Kultur führt. Migranten kultivieren die Musik ihrer Herkunftsländer als Zeichen der Identität und übernehmen die Musik ihrer neuen Heimat als Zeichen der Integration. Müssen traditionelle regionale Kulturen der populären Musik möglichst ursprünglich bewahrt werden oder ist der Schmelztiegel des Globalen das Modell der Zukunft?

4. Typisch Deutsch:
Die Jahrestagung des ASPM 2013 hatte das Thema „Typisch Deutsch“. Deutsche Wissenschaftler setzten sich mit den Phänomenen auseinander, die aus ihrer Innensicht typisch für deutsche populäre Musik sind. Für die Tagung „Die Sprachen der Populären Musik“ laden wir ausdrücklich nicht-deutsche Wissenschaftler ein, sich aus ihrer Außensicht mit dem typisch Deutschen in der deutschen populären Musik auseinander zusetzen.

Wir erbitten Vorschläge für:

  • Selbstorganisierte Panels
  • Roundtable Sessions
  • Einzelbeiträge zum Thema

Selbstorganisierte Panels: Wir begrüßen selbstorganisierte Panels mit klar definierter, spezialisierter Fragestellung. Der zeitliche Rahmen von 90minütigen Einheiten lässt entweder zwei Vorträge von 45 Minuten (mit max. 30 Minuten Redezeit und wenigstens 15 Minuten Diskussion) oder drei Vorträge von 30 Minuten Länge (mit max. 15-20 Minuten Redezeit und wenigstens 10 Minuten Diskussion) zu. Die Session eines Panels kann daher an einem Morgen oder einem Nachmittag vier bis sechs Vorträge umfassen. Ein Panel sollte nicht länger als einen Tag dauern (d.h. maximal acht bis zwölf Beiträge umfassen). Die Organisatoren von Panels sollten sicherstellen, dass genügend Zeit für Diskussionen bleibt.

Roundtables: Dieses Format dient v.a. der Diskussion aktueller Probleme. Die Sitzungen dauern 90 Minuten und bestehen aus kurzen Keynote papers und reichlich Zeit für Diskussion.

Einzelbeiträge sollten nicht länger als 25 Minuten dauern, so dass 20 Minuten Zeit für die Diskussion bleibt.

Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch. Die Organisatoren von Panels und Roundtables sollten sicherstellen, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Veranstaltungen der Diskussion folgen können. Vorträge in Deutsch sollten so gestaltet werden, dass nicht-deutschen Zuhörern das Verständnis erleichtert wird (z.B. durch englischsprachige Power Point Präsentationen).

Themenvorschläge: Die Organisatoren von Panels und Roundtables reichen bitte ein kurzes Abstract ein, das das Thema und die Fragestellung klar umreißt (ca. 400 Worte). Darüber hinaus sollten die einzelnen Beiträge mit individuellen Abstracts (ca. 300 Worte) vorgestellt werden. Wenn Sie ein Panel organisieren, geben sie bitte auch die gewünschte Länge der einzelnen Beiträge an.

Abstracts für Einzelbeiträge zum Thema sollten eine maximale Länge von 400 Worten haben.
Alle Vorschläge für Panels, Roundtables und Einzelbeiträge sollten die vollständige Adresse aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer (einschl. E-mail) und ggf. Angaben zu ihrer institutionellen Zugehörigkeit enthalten. Abstracts sollten Aufschluss über die konkrete Fragestellung und den theoretischen bzw. methodischen Ansatz geben.

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 28. Februar 2014 per E-mail an Prof. Dr. Dietrich Helms, popularmusic@uos.de. Weitere Informationen auf den unten angegebenen Webseiten. Eine Konferenzwebseite ist in Arbeit (www.popular-music.uos.de).

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