CfA: Themenband Song und populäres Musiktheater

„Lied und populäre Kultur/Song and Popular Culture“ – Jahrbuch des Deutschen Volksliedarchivs 58 (2013)
Themenband: Song und populäres Musiktheater: Symbiosen und Korrespondenzen

Das populäre Musiktheater (Musical) besitzt seit jeher eine offene Flanke zum reinen Schlagerbetrieb, zum Markt mit einzelnen Popsongs (personell, künstlerisch und bei der Nutzung von Vertriebswegen). Dies drückt sich zunächst darin aus, dass viele Lieder in den Musicals der 1920er bis 1940er Jahre erkennbar (also textlich und musikalisch) darauf angelegt waren, ausgekoppelt zu werden. Der Werkbegriff verstand das szenisch‐ musikalische Gesamtstück noch nicht als Einheit. Die Folge war bekanntlich eine immense Zahl von Jazz‐Standards, die aus Bühnenmusiken stammen. Dies betrifft ebenso die Arbeit insbesondere der Songtexter, die sowohl für den Schlagermarkt als auch die Musicalbühne schrieben. Aber auch die Komponisten, die in der Regel Pop‐Komponisten waren ‐ von Gershwin bis ABBA („Chess“). Man denke auch an Tim Rice, der eigentlich immer für den Rockmusik‐Markt schreiben wollte. Oder an Lotar Olias, der vorwiegend Schlager komponierte und zusätzlich eine Reihe von Bühnenwerken. Aber auch die Distribution der musikalischen Titel aus Musicals muss mit einbezogen werden, scheint sie sich doch vorwiegend an den Methoden des Schlagerbetriebs zu orientieren (Noten, Radio und Schallplatte). Viele Musicals erreichten zunächst auf dem Wege der medialen, technischen Reproduktion die Hörer (und potenziellen Zuschauer).

In anderer Richtung wäre auch der Rückfluss vom Song zum populären Musiktheater, also das Schreiben von Musicals, Rock‐Opern etc. etablierter Pop‐ und Rockmusiker, von The Who bis Udo Jürgens, ins Auge zu fassen.

Ein kurzes Abstract von einigen Zeilen bitte bis 01.12.2012 senden an: tobias.widmaier@dva.uni‐freiburg.de und wolfgang.jansen@web.de. Die Artikel sollten bis spätestens 30. April 2013 vorliegen, da das Jahrbuch planmäßig im Spätsommer erscheint. Die Artikel können auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sein.

Kontakt: Dr. Tobias Widmaier tobias.widmaier@dva.uni‐freiburg.de www.dva.uni‐freiburg.de/publikation/jahrbuch (Editionsrichtlinien)

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